02.08.2008
Gentechnik
SPD fordert schnelle Möglichkeit für Gen-Anbauverbote
Berlin - Die SPD dringt auf eine schnelle Möglichkeit für Anbauverbote von Gentechnik-Pflanzen in Deutschland.

Ulrich Kelber (Foto: Deutscher Bundestag/Lichtblick/Melde)
Der
stellvertretende SPD-Fraktionschef Ulrich Kelber verlangte einen
Beschluss im Bundestag noch vor der Landtagswahl in Bayern am 28.
September. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) will sich bei der
EU-Kommission dafür einsetzen, dass der Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen national geregelt werden kann. "Wir wollen den
Ankündigungen endlich Taten folgen sehen", sagte Kelber der Deutschen
Presse-Agentur dpa in Berlin. "Wir werden den Druck noch mal
erhöhen."
Die EU-Kommission ist für Zulassung, Import und Anbau
genveränderter Pflanzen zuständig. Seehofer plant, dass Brüssel nur
für Import und Zulassung verantwortlich ist, da der Anbau EU-weit
umstritten ist. Die SPD fordert von der EU strengere Regeln und die
Möglichkeit für mehr nationale Maßnahmen gegen den Anbau von Gen-Pflanzen. In Bayern, wo Ende September gewählt wird, ist der Anbau
von genverändertem Mais besonders umstritten.
In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundes für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND) fast 150 gentechnikfreie Kommunen und
Landkreise. Bundesweit wird derzeit auf rund 3180 Hektar Genmais
angebaut, der vor dem Schädling Maiszünsler schützen soll. (dpa)
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